Greenkeeping

Pitchmark richtig reparieren

Bericht Off Course Saison 2020/21
Tom Hellickson, Head Greenkeeper GCIU

Dienstag, 10. November 2020.

Heute beginnen wir mit den Bodenlockerungs-Arbeiten auf den Greens und den Abschlägen. Sehr zum Leidwesen von euch allen, denn die Konditionen sind wunschgemäss, und man könnte meinen, dass das perfekte Golfwetter der Schliessung des Golfplatzes geopfert würde. Wenn da nicht die leuchtende Kontrolllampe «Motor prüfen» der Greens wäre, die durch die hohe Frequentierung und die dadurch notwendige intensive Wartung während der Saison früher als üblich ausgelöst wurde. Die Bodenverdichtung konnte während der Saison nur oberflächlich behandelt werden, und die daraus resultierenden Probleme waren schon bei der Clubmeisterschaft offensichtlich. Die Greens hätten dringend Entlastungsarbeiten gebraucht, doch die saisonalen Anforderungen machten diese Arbeit bis heute unmöglich. Gern möchte ich euch erklären, was jeweils jährlich in der Woche 46 passiert. Dieses Datum wird nicht von müden Greenkeepern beschworen, die die Spielzeit verkürzen und die Golferfamilie frustrieren wollen, sondern dies ist ein Datum, das sich im Laufe der Jahre als die erste beste Chance erwiesen hat, eine Wartung für unsere Grüns und Abschläge effizient abzuschliessen. Ebenfalls besteht zu diesem Zeitpunkt noch die Gelegenheit, das Datum zu verschieben, sollten die Wetter- und Bodenbedingungen dies erfordern. Die Logik hinter dem Entscheidungsprozess erläutere ich später.

Verti-Drain ist ein Verfahren, das mit «langen Zinken» ausgeführt wird. Dabei werden mit einem Traktor und einer dafür konstruierten Maschine «im Schleppverfahren» Löcher mit 12 mm Durchmesser und 30 cm Tiefe in den Boden gestanzt. Die Bohrungsdichte beträgt insgesamt 237 Löcher pro Quadratmeter. Die Verti-Drain-Maschinen erzeugen ebenfalls einen sogenannten «Hebevorgang», um den Boden um die Löcher herum «zu brechen» und leicht anzuheben, wodurch die Verdichtung in der Tiefe, die wir während der Saison nicht erreichen können, aufgelockert wird, ohne dabei die Spielfläche in Mitleidenschaft zu ziehen. Dieser Prozess fördert das Wurzelwachstum und eine bessere Entwässerung während des ganzen Jahres so, dass wir während der Saison die intensiven und störenden Arbeiten begrenzen können. Wir haben auch festgestellt, dass die im Spätherbst ausgeführten Bodenlockerungen dem Gefrierprozess nicht nur an der Green-Oberfläche, sondern auch in der Tiefe bessere Bedingungen bietet. Schneeschimmelpilze, ein zutiefst ernstes Winterproblem, haben sich auf gefrorenen Greens als weniger ansteckend erwiesen. Und seitdem wir dies so praktizieren, haben wir im Frühjahr viel gesündere Grasnarben. Bitte bedenken Sie aber, dass das, was heute funktioniert, keineswegs eine Garantie dafür ist, dass es auch morgen funktionieren wird. Wir werden jedoch, solange wir keine negativen Resultate sehen, mit dieser Methodik fortfahren. Fazit ist, dass diese Arbeit zu dieser Zeit ein fester Eckpfeiler unseres Wartungsprogramms ist und nicht als optional angesehen werden darf.

Nachdem ich das Verfahren erläutert habe, möchte ich, dass wir uns jetzt das gewählte Datum ansehen: die Woche 46.
Der Golfclub Interlaken-Unterseen ist mit Mitarbeitenden gesegnet, die viele Jahre dabei sind und ein grosses Wissen betreffend der klimatologischen Besonderheiten unserer geografischen Lage haben. Anhand dieser kollektiven Erfahrung können wir sagen, dass die Woche 46 für die Planung das erste beste Datum ist. Das Wetter im November ist unbeständig und kann genauso mild und sonnig, wie kalt nass und regnerisch sein. Ab Mitte Oktober muss auf einzelnen Teilen des Platzes täglich mit Frost gerechnet werden. Dieser Umstand verzögert das Spiel und die Bewirtschaftung. Das Bermuda-Dreieck ist infolge der «tiefliegenden» Sonne und der Bergkämme sehr frostanfällig. Frost kann tagelang bleiben, was dazu führt, dass die Greens und Abschläge gefrieren und uns jede Chance vereitelt, alle Aufgaben zu erledigen. Die Evapotranspiration – in der Meteorologie die Gesamtsumme des Wasserverbrauchs aus direkter Verdunstung (Evaporation) und der Abgabe durch Pflanzen (Transpiration) in Zusammenhang mit der Sonne – erreicht bis anfangs November fast die Marke null. Dies bedeutet, dass jede Feuchtigkeit, die den Boden erreicht, einschliesslich Tau, einen längeren Zeitraum benötigt um zu versickern oder zu verdunsten. Der Wasserverbrauch der Graspflanze ist zu diesem Zeitpunkt ebenfalls unerheblich. Damit wir den Zusammenhang sehen: 1m2 Grasfläche benötigt an einem heissen Sommertag mehr als 10 Liter Wasser, um den Verbrauch der Pflanze, die Verdunstung durch die Sonneneinstrahlung und den Wind, abzudecken. Wie bereits erwähnt, nähert sich die Evapotranspiration im November null Litern pro Tag, und jede Regenansammlung erfordert viel mehr Zeit, um sich von der Oberfläche zu bewegen, sei dies durch das Bodenprofil nach unten oder allenfalls zu verdunsten.
Je mehr es Herbst-Winter wird, je mehr bleibt der Boden nass, weich und schlammig. Die Woche 46 ist früh genug, sollte das Wetter nicht passen, um 2 bis 3 zusätzliche Wartungsfenster zur Verfügung zu haben, bevor die Arbeit saisonal unmöglich wird. Jede nachfolgende Woche bringt mehr der genannten Variablen mit sich und nimmt uns die Möglichkeit zur Erledigung der notwendigen Arbeiten.

Die Kontrolllampe «Motor prüfen» leuchtet seit Ende August. Die Infiltrations- und Perkolationsraten – ein Mittel zur Messung der Wasserbewegung in und durch die Wurzelzone – haben abgenommen und die Neigung zu stehendem Wasser auf den Grüns, auch nach einem leichten Regen, hat deutlich zugenommen. Die Wurzelzone wird verdichtet und der Gasaustausch begrenzt. Wir haben diese Saison eine Spielhäufigkeit erlebt, wie ich sie in den letzten 20 Jahren nie gesehen habe, und die Intensität unseres Wartungsprogramms läuft seit dem Eröffnungstag auf einem Maximum. Diese Kombination stellt Anforderungen an die Spielflächen und kann nur durch intensive Bearbeitungspraktiken behoben werden. Da es eine Tatsache ist, dass die Anforderungen unserer Mitglieder an Spielzeit und an die Platzqualität zugenommen haben, sollte dies angegangen werden. Die bereits zur Verfügung gestellten Wartungsfenster – eines im Frühjahr, das andere im Frühherbst – sind das absolute Minimum dessen, was für hochwertigen Rasen erforderlich ist und konzentrieren sich ausschliesslich auf Greens und Abschläge.

Diese beiden Wartungsfenster erlauben uns den Status quo beizubehalten, schränken aber unsere Verbesserungsmöglichkeiten ein. Die jedoch dringend notwendigen zusätzlichen Arbeiten sind arbeits- und maschinenintensiv und können leider nicht während dem Spielbetrieb erledigt werden. Ein wöchentliches Fenster von 3 bis 4 Stunden, z.B. morgens von 5 bis 9 Uhr, würde es uns ermöglichen, Projekte durchzuführen, die andernfalls zu einer kompromittierenden Situation führen könnten. Einige Projekte könnten über die Wochen und Monate einer Saison verteilt und andere könnten einfach abgeschlossen werden, indem die Arbeit vor dem Spielbetrieb erledigt werden kann. Zum Beispiel, vertikutieren (anritzen der Grasnarbe) der Green-Umgebungsfläche, «leichte» Aerifizierungen der Greens und Abschläge, Besanden, Pflanzenschutzmittel und Düngemittel-Applikation, Wartungsarbeiten bei der Bewässerung, Bunker-Renovierung (Entwässerungen) usw. Die Liste ist endlos, unsere Motivation hoch und die notwendige Zeit knapp.

Abschliessend möchte ich sagen, dass wir uns alle um das Gleiche, nämlich die verfügbare Zeit, buhlen. Zeit, so viele Runden wie möglich innerhalb einer begrenzten Spielzeit spielen zu können und Zeit, um alle für uns notwendigen Unterhalts- und Wartungsmassnahmen auszuführen, damit die ständig steigenden Anforderungen der «Golfwelt» erfüllt werden können. Infolge dieser «begrenzten Zeit» ist es wichtig, dass wir «zusammenstehen», einen Kompromiss finden und beide Seiten auf ihre Kosten kommen.

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